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BMW Rallye 2018 Anzug

Kürzlich habe ich mir den neuen BMW Rallye 2018 Anzug gegönnt. Davor stand wie immer die Frage: 3-Lagen Laminat oder Insert...

Beides hat klare Vorteile, die sich leider gegenseitig ausschließen. Das Laminat macht die Jacke wind- und wasserdicht, ohne das man was überziehen muss. Die Jacke saugt sich auch nicht so voll mit Wasser, da die Regenmembran i.d.R. in das Obermaterial eingearbeitet ist.

Dafür kann es ziemlich schnell warm werden. Mit einem Insert kein Problem, einfach (zumindest bei Jacken) raus damit und es wird zugig. Die Jacke saugt sich jedoch voll und durch die Verdunstungskälte wird es schnell kalt. Letztlich habe ich mich wieder für einen Anzug mit Insert entschieden, da luftig aber im Notfall dank Insert trotzdem dicht. Gegen die Kälte kann was überziehen. Außerdem bietet die neue Rallye ein Insert auch zum überziehen...

Erster Eindruck

Klar konnte ich es kaum erwarten, bis das Paket endlich da war. Also gleich ausgepackt. Beim ersten Anfassen und Anprobieren ist mir der angenehm weiche Stoff aufgefallen. Das liegt wohl daran, dass BMW einen geringen Anteil an synthetischer Wolle eingearbeitet hat.

Die Jacke ist leichter als die Rallye 3, ohne dabei zumindest optisch und haptisch auf Schutz zu verzichten. Die Protekoren sind riesig und liegen angenehm an.

Die vielen Taschen sind ausreichend groß und zwei davon angeblich wasserdicht. Alle Reißverschlüsse lassen sich extrem leicht öffnen und schließen, nichts hakt dabei. Sogar den Verbindungsreißverschluss am Rücken schaffe ich auf Anhieb bei angezogenem Kombi zu schließen.

Die Ärmel sind mit Druckknöpfen und Klett weitenverstellbar. Ebenso hat der Ärmelabschluss eine Verstellung mit Klett, was ich den Druckknöpfen vorziehe. Auf dem linken Ärmel befindt sich die übliche Tasche mit Fenster.

Belüftungstechnisch hat die Jacke je Vorderseite zwei nach außen klappbare Öffnungen, die mittels Druckknopf arretiert werden. Der überdimensionale Luftauslass am Rücken verspricht beste Durchlüftung. Dieser kann komplett nach unten gerollt werden, sodass fast der ganze Rücken entlüftet wird. An den Ärmeln und den Hosenbeinen sind ebenfalls noch Lufteinlässe, die per Reißverschluss geöffnet werden.

Insgesamt trägt sich der Anzug äußert angenehm!

Das neue Regeninsert / -outsert

Ein Grund für den Kauf war auch das neue Regeninsert der Jacke. Diese ist laut Artikelbeschreibung entsprechend groß und robust ausgefallen, dass sie auch über die Jacke getragen werden kann. Man kann natürlich auch einfach eine Regenjacke für 20€ drüber ziehen, als Insert taugt eine solche aber nicht. Beim probieren passt das Insert tatsächlich über die Jacke. Auch als Insert getragen hatte ich keine Probleme trotz der Größe, auch in der Jacke getragen fiel das Insert nicht negativ auf. Ein Dichtetest steht allerdings noch aus.

 

In einem Forum musste ich lesen, dass das Jackeninsert zwar wasserdicht, aber nicht atmungsaktiv sei. Kann ich fast nicht glauben, weshalb ich bei BMW-Motorrad nachgefragt habe.

Laut BMW wurde die Membran an verschieden Bedürfnisse angepasst. So sei der Rücken beispielweise hochatmungsaktiv, während die Ärmel weniger atmungsaktiv, dafür aber wärmender sind. Eigene Erfahrungen stehen diesbezüglich noch aus.

Bei der Hose ist alles beim Alten geblieben. Sie ist mit einem C.A.R.E-Insert ausgestattet.

Ausstattungsmerkmale

Jacke:

  • Angenehmer, robuster Stoff dank Anteil an synthetischer Wolle

  • zwei wasserdichte Taschen

  • durchsichtige Ärmeltasche

  • zwei wärmende Taschen unter den beiden Fronttaschen

  • zwei weitere Fronttaschen, nicht wasserdicht

  • eine Innentasche

  • große Rückentasche

  • mehrfache Ärmelweitenverstellung durch Druckknöpfe und Klett

  • Stufenlose Weitenverstellung der Ärmelabschlüsse durch Klett und Reißverschluss

  • extreme Durchlüftung dank mehrerer Öffnung vorne und einer großen am Rücken, mit Druckknöpfen zu arretieren

  • Tasche für Trinkblase mit Schlauchführung

  • angenehmer und per Klett verstellbarer Kragen

  • Regeninsert, auch über die Jacke tragbar

  • Protektoren an Ellbogen Schulter und Rücken

  • 40cm Verbindungsreißverschluss

 

Hose:

  • Angenehmer, robuster Stoff dank Anteil an synthetischer Wolle

  • zwei normale Hosentaschen mit Reißverschluss

  • zwei Cargotaschen mit Klett

  • Lufteinlassschlitze mit Reißverschluss

  • Lederverstärkung an der Beininnenseite

  • Weitenverstellung der Hosenabschlüsse durch Klett

  • Regeninsert

  • Stretchgürtel

  • Protektoren an Hüfte und Knien

  • 40cm Verbindungsreißverschluss

Erster Fahreindruck:

Zuerst dachte ich, die Hosenbeine wären doch zu lang. Ohne Schuhe steige ich permanent auf die Hose. Beim ersten Aufsitzen auf den Bock stellte ich dann fest, dass die Länge durchaus sinnvoll ist. Sonst würde die Hose über den Stiefel rutschen. Also alles in Ordnung.

Ich fühlte mich von Anfang an pudelwohl, der Anzug sitzt super und nichts drückt. Die Protektoren merkt man nur leicht. Der Rückprotektor wird mittels im Stoff vernähten Kammern ein bisschen auf Abstand zum Rücken gehalten.

Die Durchlüftung ist gut. Durch die GS wird allerdings schon viel Wind abgefangen. Im Stehen zieht's dann erst richtig angenehm durch. Trotzdem war auch Stadtverkehr bei 29 Grad auszuhalten. Bei 16 Grad nur mit CoolMax-Unterwäsche und geschlossener Belüftung war es für mich noch ausreichend angenehm. Die Jacke ist schon sehr luftig, wird es kälter braucht man andere Unterwäsche oder eine zweite Schicht Funktionsbekleidung.

Alle Reißverschlüsse lassen sich auch während der Fahrt einwandfrei bedienen. In die Hosentaschen zu gelangen, während man sitzt, ist allerdings kaum möglich. Bei den Cargotaschen funktioniert es besser, aber auch hier geht es eng zu.

Die Klettverschlüsse machen durchgehend einen sehr guten Eindruck und halten bombenfest.

Bei den ersten Testfahrten war ich begeistert vom Tragegefühl und der Funktionalität. Außerdem sieht der neue Anzug in grau/blau einfach nur spitze aus ;-)

Bleibt abzuwarten was die ersten längeren Touren mit Regen bringen und ob die Qualität auch nach längerer Zeit noch stimmt.

Regenfahrt:

Die erste Regenfahrt ließ nicht lange auf sich warten. Eine überraschende Erkenntnis vorab: Ohne Insert ist die Hose nicht dicht...  ;-)

Aber das Jackeninsert konnte ich testen. Das überziehen über die Jacke funktionert bestens und überraschend schnell. Sie ist groß genug, dass nichts zwickt und die Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt ist. Dank der Gummizüge bleibt die Regenjacke dort, wo sie sein soll. Auch mit ganz dünnen Handschuhen hat der Gummizug gerade noch die Ärmel an Position gehalten. Mit etwas dickeren Handschuhe funktioniert das Ganze noch besser.

Bevor es zu regnen begann, war es mit dem Insert schon wohlig warm bei einer Außentemperatur von 24 Grad, aber noch im angenehmen Bereich.

Bei einsetzendem Regen fiel auf, dass sich durch das Überziehen das typisch klamme Gefühl von Membranen nicht einstellte, da die dicke Jacke dazwischen war. Und es wurde auch nicht kalt, da die Jacke darunter trocken blieb. Zu Hause angekommen überprüfte ich, ob alles dicht war. War es, keine Nässe auf der Jacke zu erkennen. Lediglich am Kragen war es mangels passender Sturmhaube feucht. Nach kurzer Zeit trocknete das Insert schon wieder. Die Methode, das Insert überzuziehen, klappt besser als erwartet und werde ich definitiv wieder so machen.

Eine weitere Überraschung war die völlig durchnässte Hose. Ich hätte erwartet, dass sie sich durch den Wollanteil richtig vollsaugt und ewig zum Trocknen braucht. Nach nicht mal einer Stunde im Trockenen war der Stoff aber schon so gut wie trocken! Vor allem weil ich Regenkombis hasse und nur deshalb überzog, weil der Oberstoff üblicherweise nicht schnell genug trocknet, bin ich davon begeistert.

 

Auch habe ich das Insert innerhalb der Jacke bei Regen ausprobiert. Mit je einem Druckknopf an den Ärmeln und am Kragen wird die Jacke fixiert. Trotz der Größe stört sie im Unterziehmodus weder beim Anziehen, noch beim Fahren. Leider kann das Insert nicht mit Frontreißverschlüssen (wie z.B. bei der Dainese Sandstorm GTX) an der Jacke fixieren, dann wäre der Halt noch besser. Bei 15 Grad Außentemperatur war die Jacke mit Insert ausreichend warm. Beim Ausziehen nach der Regenfahrt war ebenfalls alles trocken. Am Ärmel hatte ich einen kleinen feuchten Streifen, der könnte aber auch vom Ausziehen stammen, da das Insert innen absolut trocken war. Klar war die Jacke selbst ziemlich nass, aber sie trocknet wie oben erwähnt schneller als erwartet.

Auch nach einigen weiteren, längeren Regenfahrten blieb die Membran dicht.

Fahrt bei großer Hitze:

Während unserer Slowenien-Tour 2018 konnte ich den Anzug ausgiebig bei großer Hitze testen. 4 Tage bei 38 Grad bedeuten aber in jeder Kombi: Schwitzen! Selbst beim wirklich sehr gut durchlüfteten Rallye ist irgendwann Schluss mit Wohlfühlklima, wenn nur noch heiße Luft durchströmt. Dass aber mehr Durchlüftung kaum möglich ist, merkt man vor allem nach einem Halt: der komplette Oberkörper wird von Luft umströmt. Da man nach einem Halt bei hohen Temperaturen meist nassgeschwitzt ist, macht sich der Effekt der Verdunstungskälte besonders bemerkbar. Durch den Luftstrom wird es sofort nach dem Losfahren angenehm kühl. Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass der Anzug im Vergleich zu vielen anderen ein absoluter Gewinn bei hohen Temperaturen ist. Wunder darf man trotzdem nicht erwarten. 38 Grad bleiben 38 Grad.

Langzeittest:

Bereits nach wenigen Wochen machten sich die Druckknöpfe am Rücken selbstständig bzw. franzte der Stoff in diesem Bereich aus. Die Jacke wurde sofort und ohne Umstände getauscht. Ich hoffe, dass dieser Mangel ein Einzelfall war und kein grundsätzliches Verarbdeitungsproblem ist. Bisher ist der Fehler an der neuen Jacke nicht mehr aufgetaucht. Nach einigen Jahren wird man mehr dazu berichten können.

Fazit:

Nach der ersten Saison bin ich persönlich begeistert. Passform, Funktionalität, Durchlüftung, Dichtigkeit, Taschen...alles passt. Auch das Membran mit Überziehfunktion gefällt mir sehr. Selbst bei niedrigen Temperaturen, für die der Anzug eigentlich nicht ausgelegt ist, reicht mir der Rallye locker. Das dürfte aber sehr individuell sein. Im Vergleich zu anderen Anzügen ist er etwas schwer, die Protekroten sind dafür aber auch äußerst großzügig! Einzig ist mir unverständlich, weshalb es Kurz- und Langgrößen ausschließlich bei der schwarz/roten Version gibt, während man bei der grau/blauen lediglich Normalgrößen produziert.

 

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